Der Videoshop-Blogger wird ein Lied davon singen können:
Der Kalendertag
Bei Videotheken ist es absolut üblich, daß für die ausgeliehenen Filme pro Kalendertag bezahlt wird. Eigentlich ein einfaches Konzept:
Montag geholt, am selben Montag zurückgebracht – ein Kalendertag wird bezahlt.
Montag abend um 23:59 geholt, Dienstag morgen um 7:01 zurückgebracht – zwei Kalendertage werden bezahlt.
Trotzdem steht man sich regelmäßig an der Videothekenkasse die Beine in den Bauch, weil vor einem mal wieder diskutiert wird, warum das denn so teuer ist…
…wir verleihen ein paar Werkzeuge, die man für Telefon-, Netzwerk- und DSL-Installationen braucht. Für viele Leute lohnt es sich nicht, sich für 30€ eine Crimpzange zu kaufen, nur weil man halt mal 2 Stecker crimpen muß.
Wir verlangen ein Pfand, das dem doppelten Kaufpreis des Werkzeugs entspricht und das bei der Rückgabe mit der Leihgebühr verrechnet wird. Die Leihgebühr geht auch bei uns nach Kalendertag und auch bei uns wird regelmäßig diskutiert. Deshalb lassen wir uns bei jedem Verleih unterschreiben, daß die Leute das Konzept des Kalendertages und den Betrag verstanden haben.
Ein Kunde gestern und heute hat jedoch den Vogel abgeschossen:
Die Geschichte ist en Detail viel zu lang um sie hier zu posten, aber ich versuche, sie kurz zusammenzufassen.
Der Kunde hat (angeblich, keiner der gestern anwesenden Kollegen kann sich erinnern, hierüber mit einem Kunden gesprochen zu haben!) schon morgens angerufen und sich über unser Leihwerkzeug informiert. Angeblich soll er dabei erfahren haben, daß wir eben nicht nach Kalendertagen sondern nach 24Stunden-Tagen abrechnen.
Es gab also schon die erste Diskussion über ca. 20 Minuten, als er das Werkzeug geliehen hat. Er hat dann 2 verschiedene Crimpzangen samt einigen Steckern mitgenommen.
Kurze Zeit später rief er an und hielt einen Kollegen ca. 20 Minuten lang mit einer telefonischen Beratung auf, wie er denn die Stecker jetzt da zu montieren hätte.
Wieder eine Weile später rief er an und landete bei mir und versuchte ebenfalls ca. 20 Minuten lang, aus mir herauszukriegen, wie denn das Kabel, das bei ihm aus der Wand kommt, belegt sein müsse. Da es hierfür alleine 2 korrekte (ganz abgesehen von den vielen unkorrekten) Möglichkeiten gibt konnte ich ihm nicht weiterhelfen.
Als er später am Nachmittag wieder anrief und ihm der Kollege nach weiteren 20 Minuten Glaskugel-Beratung durch die Blume sagte, daß es Firmen gibt, die dafür bezahlt werden, daß sie ihm so etwas machen, war sein Problem anscheinend hinterher immer noch nicht gelöst.
Heute jedenfalls kam er wieder in den Laden, fragte mir erneut ein Loch in den Bauch, wollte von mir wissen, wie denn das bei ihm verlegte und von den Farben her überhaupt nicht den einschlägigen Standards entsprechende Netzwerkkabel belegt sein müsse und was er wie anschließen muß, damit das funktioniert. Anschließend gab er die Stecker, die er gekauft hatte, komplett zurück und fing dann eine Diskussion an, ob er denn jetzt die Zangen wirklich bezahlen müsse, er habe sie ja gar nicht benutzt!
Wir fassen also nochmal zusammen:
- Er leiht von uns 2 Zangen, akzeptiert dabei die entsprechenden Leihbedingungen
- Er beschäftigt Mitarbeiter insgesamt über eine Stunde sowohl im Laden als auch am Telefon nur mit seinem Problem
- Er kauft 4 Stecker für insgesamt knapp 3€ und selbst diese gibt er hinterher wieder zurück
- und dann erwartet er ernsthaft, daß wir bei den Leihgebühren noch in irgendeiner Weise kulant sind?
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