Archiv für den Monat: April 2009

Kundenlust

Die Lampe seiner Tochter…

Kunde: Guten Tag! Ich brauche so eine Lampe!
Er legt mir ein Halogen-Leuchtmittel mit G4-Fassung auf den Tisch.
Ich: In Ordnung, ich bräuchte allerdings noch mehr Input: Da auf der lampe kein Aufdruck mehr zu lesen ist müßte ich wissen, was für eine Spannung und was für eine Leistung Sie brauchen!?
K: Gibt’s da denn Unterschiede?
I: Nein, ich stehe auf Smalltalk! Ja, es gibt sie in 6v und 12V und ganz exotisch sogar mit 24V, und dann in der Regel jeweils in 5W, 10W und 20W.
K: Öhm…die ist aus der Nachttischlampe meiner Tochter, aber das hilft Ihnen wohl nicht!?!
I: Ich war noch nicht im Schlafzimmer Ihrer Tochter…wenn Sie uns vielleicht einmal vorstellen wollen, dann weiß ich auch das nächste Mal, was für eine Lampe Sie brauchen!

…nachdem er aufgehört hatte zu lachen hat er dann auf gut Glück 6V 10W mitgenommen.

Kundenlust

Elektronik als Hobby

Ein Kunde um die 30 betritt den Laden.

Kunde: Guten Tag! Ich möchte gerne Elektronik als Hobby betreiben! Was brauche ich denn da?
Ich: Öhm…wie meinen Sie das denn?
K: Na, was brauche ich alles für Elektronik als Hobby?
I: Nun, ich würde vorschlagen, zuerst einmal ein Buch?
K: Nein, ein Buch brauche ich nicht…das habe ich alles…ich studiere Elektrotechnik an der Universität!
I: Hmmm…OK…nun, dann brauchen Sie natürlich zunächst einmal Werkzeug: Einen Lötkolben, Lötzinn, ein Multimeter, Zangen und Schraubendreher.
K: Haben Sie nicht ein Starterset, so für den Einsteiger, wo dann auch schon alle Bauteile drin sind?
I: Nein, so etwas gibt es leider nicht.
K: Können Sie mir dann so ein Set zusammenstellen?
I: Entschuldigen Sie, aber wie stellen Sie sich das vor? Ich habe hier rund 18.000 Bauteile im Sortiment…
K: Also, man braucht da doch zuallererst einmal eine Platine, oder? Können Sie mir die mal zeigen?
I: Das hier sind so Experimentierplatinen. Die sind vorgebohrt und haben entweder durchgehende Kupferstreifen oder einzelne Kupferaugen. Da kann man Bauteile einlöten und Querverbindungen mit Draht herstellen. Für kompliziertere Schaltungen nimmt man dann vollständig mit Kupfer überzogene Platinen, in die man Leiterbahnen hineinätzt.
K: Das ist ja viel umständlicher!
I: Naja…das erstellen der Platine ist vielleicht für ein Einzelstück umständlicher…aber spätestens, wenn man eine Schaltung mehrmals aufbauen muß, wird das deutlich einfacher…vor allem die Fehlersuche!
K: Und dann braucht man ja noch Transistoren und Widerstände. Können Sie mir nicht von jedem mal so 2 oder 3 Stück geben?
I: Das wird verdammt teuer!
K: Wieso?
I: Wie gesagt…wir haben 18000 Bauteile im Sortiment. Selbst wenn jedes Teil nur 10ct. kosten würde, kämen da Unsummen zusammen.
K: Ja, aber ich brauche ja nur die wichtigsten!
I: Da müßten Sie dann schon eine gewisse Vorauswahl treffen…idealerweise überlegen Sie sich aber zuerst, was Sie genau machen möchten und kaufen sich dann die Bauteile für ein konkretes Projekt.
K: Na, ich möchte alles machen können!

…er hat sich dann Lötkolben, Meßgeräte und Werkzeuge zeigen lassen, hat dann irgendwann die Experimentierkästen von Kosmos entdeckt, fand die aber wieder viiieeeeeel zu teuer…
…ich helf’ ja gerne…aber irgendwann war ich nur noch froh, als der Typ wieder draußen war!

Kundenlust

Wernäääär, der Eckaard hat die Gasbuddel vergessen, bring die dem mal auf die Baustelle!

* Aber Herr Röhrich, ich hab’ doch gar keine Hängerkupplung an meim Mofa!
* Ach Wernär, da nimmst Du so ein bißchen Schweißdraht, und dann tüddelst Du das da so rum, und dann hält das schon!

Warum glauben die Leute immer, wenn man nur lange genug tüddelt, dann klappt alles?

Kunde: Guten Tag! Ich brauche diesen Adapter und 2 Batterien vom Typ 2032!
Er legt mir einen ausdruck vor mit einem Gender-Changer D-Sub 25, männlich auf beiden Seiten. In der Hand hat er noch einen USB-RS232-Wandler, mit dem man serielle Geräte am USB-Port eines Rechners betreiben kann. Ich kriege schon ein bißchen Bauchweh, verkneife mir aber weitere Kommentare.
Ich: In Ordnung! Das macht 7,80€!
K: Ach, das wichtigste hätte ich ja beinahe vergessen! Ich brauche ja noch diesen Adapter hier!
Er legt mir einen Zettel mit einer handschriftlich notierten Artikelnummer hin. Ich gebe die Artikelnummer in die Kasse ein und heraus kommt ein Adapter USB A-f auf USB A-f. OK, jetzt muß ich fragen…
I: Entschuldigen Sie, darf ich wohl fragen, was Sie damit vorhaben?
K: Na, einen GPS-Empfänger anschließen!
I: Was denn für einen GPS-Empfänger an was für ein Gerät?
K: Einen Garmin-Empfänger an mein Laptop! Das Problem ist, daß die Software nur den COM-Port anspricht, aber der Garmin einen USB-Anschluß hat!
I: Das wird so aber nicht funktionieren!
K: Ich kriege das schon hin, lassen Sie mich mal machen!
I: Nein, das werden Sie nicht hinbekommen. Mir fallen an dem, was Sie sagen und was Sie in der Hand halten zwei dicke Denkfehler auf: Erstens funktioniert der USB-auf-RS232-Adapter, den Sie in der Hand halten nur in genau einer Richtung, nämlich um ein serielles Gerät am USB-Port zu betreiben und nicht umgekehrt und zweitens passt der Adapter, den Sie eben bei mir gekauft haben, nicht auf eine COM- sondern auf eine
LPT-Schnittstelle am Laptop und bringt Sie damit auch keinen Zentimeter weiter!
K: Ich probiere das halt einmal aus.
I: Ich lasse Sie ja machen, es geht mir auch gar nicht darum, Ihnen etwas nicht verkaufen zu wollen…ich will Ihnen nur unnötige Fehlversuche ersparen! Einen Gasherd kann man, wenn man nur genügend Adaptermuffen dazwischenpackt auch an eine Wasserleitung anschließen. Trotzdem bleibt so mittags die Suppe kalt, weil der Brennwert von Wasser einfach ziemlich bescheiden ist.
Seine Frau lacht…
K: Was meinen Sie denn, was ich bräuchte, damit das funktioniert?
I: Nun, wenn Ihre Software wirklich nicht auf den USB-Port zugreifen kann, dann brauchen Sie einen GPS-Empfänger mit seriellem Port. Den haben heute leider nur noch die wenigsten.
K: Ach, ich nehme das einfach mit!
Ich hole einen GPSMap 60CSx, um ihm den seriellen Anschluß des Geräts zu zeigen.
I: Sehen sie, so einen Anschluß muß das Gerät haben, sonst funktioniert das nicht!
K: Aber den habe ich doch! Und dann habe ich ein Kabel von diesem Anschluß auf USB! Also funktioniert das doch!
I: Nein, das wird trotzdem nicht funktionieren, denn wenn Ihr Kabel von diesem Anschluß auf USB geht muß in dem Kabel auch ein entsprechender Wandler verbaut sein, und dann läßt sich das nicht mehr zurückwandeln!
K: Aber Sie haben doch gesagt, daß es mit diesem Anschluß geht!?!
I: Mit diesem Anschluß ja, aber mit einem USB-Kabel nein! Abgesehen davon haben wir das Problem, daß Sie auch am Laptop wohl an den falschen Anschluß gehen möchten, nicht geklärt!
K: Und was für ein Kabel brauche ich? Original von Garmin oder was?
I: Ja, das muß ein Garmin-RS232-Kabel sein, weil Garmin hier einen speziellen Stecker verwendet!
K: Haben Sie das da?
I: Nein, das müßte ich bestellen.
K: Das will ich nicht. Kann ich das nicht selbst machen?
I: Wie gesagt, Sie werden an dem Stecker scheitern, der in den Garmin geht! Sie könnten höchstens mit dem Kabel improvisieren, das Sie haben!
K: Na, das will ich doch!
I: Aber so, wie Sie das vorhaben, wird das nicht funktionieren! In dem Kabel, das Sie haben, muß bereits ein RS232-USB-Wandler verbaut sein, d.h. vermutlich ist irgendwo eine Verdickung im Kabel. Wenn Sie das Kabel davor abschneiden und einen RS232-Stecker anlöten, dann müßte das ganze funktionieren!
K: Nein, ich will das Original-Garmin-Kabel nicht zerschneiden. Ich probier’ das mal! Geben Sie mir den Adapter mit!
I: In Ordnung! Aber tun Sie sich einen Gefallen und verschwenden Sie nicht zu viel Zeit damit, etwas zum Laufen zu bringen, was so nicht funktionieren kann!
K: Ach, Zeit habe ich mehr als genug. Wenn es funktioniert komme ich wieder vorbei und zeige es Ihnen!
I: Schade, dann werden wir uns wohl nicht wiedersehen! Falls Sie sich doch entschließen sollten, bei Mißerfolg wiederzukommen, dann bringen sie bitte den Garmin, das Kabel, das Sie haben und den Laptop mit, damit wir mal schauen können, was genau Sache ist und womit wir am ehesten weiterkommen!

Das lustige ist, daß das Problem wohl im mehrfachen Sinn bei OSI-Layer 8 liegt, denn wenn er tatsächlich ein Kabel hat, das an den seriellen Port des Garmin geht und USB am anderen Ende hat (ein solches Kabel habe ich bei Garmin noch nicht gesehen!), dann kann da wie bereits gesagt ebenfalls nur ein entsprechender USB-nach-seriell-Konverter drin sein. Dieser wiederum stellt dem System aber einen COM-Port zur Verfügung, auf dem man auf das Gerät zugreifen kann, und somit müßte seine Software funktionieren! Entweder geht das Kabel also doch auf einen anderen Anschluß am Garmin, oder er wählt einfach nicht den richtigen COM-Anschluß in der Software aus. Ich bin jedenfalls mal gespannt, ob ich ihn wiedersehe. Ich tippe ja drauf, daß er sich nicht mehr traut, zuzugeben, daß ich recht hatte…

Kundenlust

Betruuuuuuch 2.0

Ich kam noch nicht dazu, es zu schreiben, aber er war natürlich nachmittags wirklich nochmal da und hat dem Kollegen gezeigt, was in der Schachtel alles drin ist und warum das andere Stromkabel den nüvi 205 zum 205T macht…

Finde ich schon sehr nett von ihm, daß er uns kostenlos weiterbildet!

(Und die Karte, die er zusammen mit dem Gerät bestellt aber noch nicht abgeholt hatte, hat er mittlerweile auch bekommen. Diese war auch ehrlichgesagt der einzige Grund, warum ich bei unserem Telefonat nicht nach 5 Miuten gesagt habe, daß er uns das Gerät einfach zurückbringen soll, wenn er uns nicht vertraut!)

Lieferanten

Garmin – endlich haben sie es verstanden!

Seit etwa einer Woche kommen alle neuen Garmin-Geräte ohne dieses besch***ene Siegel auf der Verpackung, scheinbar ist denen auch endlich aufgefallen, daß die Dinger permanent von alleine aufgegangen sind!

Wenn das so bleibt mache ich drei Luftsprünge!

Lieferanten

Dienstkleidung – abgelehnt!!!

Gigabyte hat uns Poloshirts gesponsert mit “Gigabyte”- und natürlich $MYSHOP-Aufdruck.

…zum Glück muß ich die Dinger nicht anziehen, weil sie mir sowieso nicht passen, denn sie sind rechtzeitig zum Anfang der warmen Jahreszeit natürlich

LANGÄRMELIG!