Archiv für den Monat: Februar 2010

Kundenlust

Komische Ideen…

Noch eine Geschichte zum Thema DLAN:

Irgendwann letzte Woche war ein Kunde bei mir und wollte ein 230V-Erdkabel kaufen. Leider mußte ich ihm sagen, daß wir so etwas nicht im Sortiment haben.

Er erklärte mir dann, was er vorhat, um von mir zu hören, ob das so funktioniert:

Kunde: Ich habe das Nachbarhaus meiner Eltern gekauft und bin da jetzt eingezogen. Meine Eltern haben DSL und im Haus DLAN zur Verteilung. Jetzt möchte ich ein Kabel zu mir rüberlegen, damit ich das Internet auch bei mir nutzen kann.
Ich: Also, theoretisch wäre das natürlich so möglich. Praktisch frage ich mich allerdings, wenn Sie sowieso ein Kabel verlegen wollen, warum Sie dann nicht einfach ein Netzwerkkabel verlegen?
K: Na, weil ich so dann das DLAN auch bei mir im ganzen Haus nutzen kann!
Ich habe über diese Aussage an diesem Punkt noch nicht weiter nachgedacht…
I: Nun, DLAN ist ja eine Möglichkeit, quasi improvisiert ein vorhandenes, aber falsches, Übertragungsmedium für seine Netzwerkdaten zu nutzen. Das ist so, als hätte ich ein Gaswerk an einem Fluß und würde das Gas in Tankschiffen den Fluß runtertransportieren, weil das billiger und einfacher ist, als eine Gaspipeline zu bauen. Wenn ich jetzt ein Gaswerk auf der grünen Wiese habe, dann baue ich doch keinen Kanal bis dorthin, damit ich das Gas mit Schiffen transportieren kann, sondern ich baue eine Gaspipeline. Der Aufwand hierfür ist deutlich geringer und die Betriebskosten dürften im Verhältnis zum Nutzen ebenfalls deutlich geringer ausfallen! In Ihrem Fall würde ich also auch keine Stromleitung verlegen, die ich dann für den Datentransport mißbrauche, sondern ich würde direkt eine Datenleitung legen!
K: Aber wenn ich das mit einer Stromleitung mache, dann kann ich bei mir im Haus auch einfach irgendwo die DLAN-Box in eine Steckdose stecken und bin im Internet!
I: Nein, Sie können die DLAN-Box nur in die Steckdose stecken, die an der Leitung von drüben hängt!
K: Nein, ich würde an das Kabel einfach einen Stecker dranmachen und den bei mir in die Steckdose stecken! Dann hätte ich das DLAN bei mir im ganzen Haus!

In dem Moment bin ich dann beinahe umgekippt! Ich habe dem Mann höflich empfohlen, sich hierfür auf jeden Fall noch einmal einen Elektriker ins Haus zu holen und habe ihm noch die Möglichkeit aufgezeigt, das Netzwerk mit einem Netzwerkkabel zu sich ins Haus zu holen und dieses dann bei sich mit einem DLAN-Adapter ans Stromnetz anzuschließen und somit sein eigenes DLAN aufzumachen. Ich hoffe mal, daß er sich nicht doch irgendwo das Erdkabel besorgt und seinen Selbstmordstecker montiert!

Kundenlust

Lösungsorientiert!

Ein älterer Kunde ist bei einem Kollegen von mir an der Reihe.

Kunde: Guten Tag! Ich möchte gerne den Geschäftsführer sprechen!
Kollege: Worum geht es denn? Samstags ist der Geschäftsführer nur sehr selten da, heute leider nicht. Aber vielleicht kann ich Ihnen ja auch helfen?
Ku: Nein, ich möchte bitte jetzt mit dem Geschäftsführer sprechen! Es geht mir gar nicht um Geld oder irgendetwas, aber ich brauche jetzt endlich eine Lösung für mein Problem!
Kollege: Es tut mir wirklich sehr leid, aber heute ist mein Chef einfach nicht da!

Ich mische mich ein, weil der Kollege “nur” eine studentische Aushilfe ist.

Ich: Guten Tag, mein Name ist $oldschool! Erzählen Sie doch einfach mal, was genau los ist. Vielleicht finden wir ja eine Lösung für Ihr Problem, und wenn nicht werde ich mich darum kümmern, daß mein Chef Sie am Montag direkt anruft! Aber schildern Sie mir doch erst einmal, was genau los ist!
Ku: Na, mein Rechner, der war jetzt schon so oft hier, und ich habe auch schon so viel bezahlt, und trotzdem klappt das immer noch nicht, und ich habe auch schon eine neue WLAN-Karte gekauft, und ich komme trotzdem noch nicht hin. Ich muß dringend überweisungen machen, und das geht alles nicht. Ich bin langsam wirklich verzweifelt und ich brauche jetzt endlich eine Lösung! Hier sind auch alle Unterlagen, die können Sie sich ja durchlesen, dann wissen Sie genau, was Sache ist. Ich will auch nichts gegen den Herrn Müller und den Herrn Schulz in Ihrem Service sagen, die sind ja immer sehr nett und hilfreich, aber die konnten mein Problem auch nicht lösen! Seien Sie mir nicht böse, es kann gut sein, daß ich hier gleich in Tränen ausbreche, so verzweifelt bin ich! Aber mir passiert im Moment so viel!

Er hebt seine Mütze ein wenig an und zeigt mir ein riesiges Pflaster, das quer über seinen Kopf geht, an seine Arm hat er auch einen Verband. Kurz darauf laufen tatsächlich ein paar Tränchen seine Backen herunter.

Ku: Sehen Sie, jetzt geht es schon los!
I: So, Herr der Name steht auf den Unterlagen Wittkowski, jetzt beruhigen Sie sich erst einmal. Setzen Sie sich da drüben vielleicht kurz hin, oder warten Sie hier bei mir einen Augenblick, wenn Ihnen das lieber ist, ich sehe mal kurz die Unterlagen durch und versuche, zu verstehen, was getan wurde, und dann finden wir gemeinsam bestimmt eine Lösung!
Ku: Nein, es geht schon wieder, ich muß mich nicht setzen!

Ich lese mir die Unterlagen durch. Der Kunde unterhält sich inzwischen noch ein bißchen mit meinem Kollegen, der ihn weiter beruhigt. Er hatte wohl vor einiger Zeit seinen Rechner von einem bekannten, Deutschlandweit agierenden Feinkosthandelsunternehmen bei uns abgegeben. Dieser stürzte ständig ab und lief auch wenn er lief nur noch sehr träge. Die Kollegen aus der Technik konnten das Problem auf das Mainboard zurückführen und schlugen einen Austausch vor. Das das Gehäuse des alten PCs ein Sonderformat hatte und auch die CPU auf kein aktuelles Board mehr passten, mußten Gehäuse und CPU gleich mitgetauscht werden. Sowohl das alte als auch das neue Board hatten WLAN on Board.

I: So, Herr Wittkowski, ich habe mir das jetzt durchgelesen. Der Rechner kam ja zu uns, weil er abstürzt und langsam lief. Um das zu beheben haben die Kollegen ja einen sehr umfangreichen Umbau vorgenommen. Tritt denn dieses Problem immer noch auf oder ist das wenigstens gelöst worden?
Ku: Nein, der neue Rechner läuft wunderbar, aber ich komme nicht mehr ins Internet! Ich muß doch so dringend Überweisungen machen! Ich will doch nur wissen, was ich machen soll, damit das funktioniert! Soll ich mir einen neuen Rechner kaufen? Dann mache ich das!
I: Nein, es sind ja schon die wichtigsten Komponenten ausgetauscht worden, wenn der Rechner jetzt läuft glaube ich nicht, daß Sie einen neuen brauchen werden! Aber was ist denn danach passiert? Sie sagen, daß Sie nicht mehr ins Internet kommen, und daß der Rechner mehrmals hier war?
Ku: Ja! Mit dem neuen Rechner bin ich nicht mehr ins Internet gekommen, also habe ich ihn wieder hergebracht. Der Herr Schulz hat das ausprobiert, aber er hat gesagt, daß der Rechner einwandfrei funktioniert und daß das Problem an der Verbindung zum Anschluß liegt. Er hat gesagt, daß vielleicht die Antenne von dem neuen Rechner zu schwach ist und hat mir eine neue WLAN-Karte eingebaut, aber mit der funktioniert es immer noch nicht!
I: OK, Herr Wittkowski, jetzt habe ich das glaube ich soweit verstanden. Das größte Problem ist, daß, damit Sie per Funknetzwerk ins Internet kommen, am Rechner einige Einstellungen gemacht werden müssen, die der Kollege hier nicht machen kann, die aber auch viele Leute zu hause überfordern. Fühlen Sie sich bitte nicht veralbert oder auf den Schlips getreten, wenn ich Ihnen jetzt einen ganz persönlichen und ehrlich gemeinten Rat gebe: Die definitiv allerbeste und einfachste Lösung für Ihr Problem wäre, wenn Sie ein Kabel vom Computer zum Internetanschluß verlegen könnten, denn damit hat man im Allgemeinen die wenigsten Probleme!
Ku: Ja, das ist lieb gemeint, aber das geht bei mir nicht! Ich müßte ein 20m langes Kabel über den Flur verlegen und ich sehe nicht mehr gut und wenn ich da drüberfalle, dann breche ich mir den Arm!
I: OK, das verstehe ich. Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit der Verbindung, die einfacher einzurichten ist als ein WLAN, nicht ganz so zuverlässig ist wie ein Kabel, aber meistens zuverlässiger als WLAN. Die Technik nennt sich DLAN und funktioniert über Ihr Stromnetz. Sie stecken eine kleine Box in eine Steckdose in der Nähe des Computers und eine in der Nähe des Telefonanschlusses. Dann verbinden Sie die eine Box mit ihrem Computer und die andere mit dem Anschluß, und dann sollte das ganze funktionieren. Ein Satz mit diesen 2 Kästchen kostet etwa 80€.
Ku: Das hört sich für mich gut an! Und da muß man wirklich nichts anderes machen, als die beiden Kästchen in die Steckdose stecken und anschließen?
I: Ja, genau! Die Datenübertragung läuft über das Stromnetz. Es gibt eine Wahrscheinlichkeit von 10-15%, daß das ganze nicht funktioniert, das hängt sehr stark von Ihrem Stromnetz ab, das können wir von hier aus nicht sagen, aber meistens klappt das recht gut!
Ku: Ich könnte Ihnen einen Grundriss aufzeichnen?!?
I: Nein, das hilft mir leider nicht, dafür müßte ich schon einen genauen Leitungsplan Ihrer Elektroinstallation haben. Herr Wittkowski, ich mache Ihnen jetzt einen Vorschlag: Sie kaufen bei mir jetzt das Set mit den beiden Kästchen und zusätzlich noch ein 20m-Kabel. Wenn Sie zu hause sind probieren Sie zuerst die beiden Kästchen aus, und wenn das funktioniert, dann bringen Sie mir irgendwann nächste Woche das Kabel zurück. Wenn die Kästchen nicht funktionieren, dann haben Sie immer noch das Kabel, können damit Ihren Computer anschließen und können am Wochenende in aller Ruhe Ihre Überweisungen machen und was Sie sonst noch an dringenden Sachen erledigen müssen. Am Montag melden Sie sich dann wieder und wir schauen in Ruhe und ohne Druck und Streß, was wir sonst noch für eine Lösung finden, notfalls müssen wir Ihnen einen Techniker nach hause schicken…
Ku: Ja, das machen wir so, Herr $oldschool!

Er nimmt beides mit und geht mit einem sehr zuversichtlichen Gesicht nach hause. Etwa eine halbe Stunde später steht er wieder im Laden, er hat das Kabel wieder dabei.

I: Guten Tag Herr Wittkowski, hat alles geklappt?
Ku: Ja, Herr $Oldschool! Alles ist wunderbar! Vielen, vielen Dank!!!

offtopic

Ach, und, ähm…Björn…

Dein Paketbote müßte morgen etwas vorbeibringen! ;)

offtopic

Wäre das dramatischer, ich hätte einen Anspruch auf den Darwin-Award…

Noch schnell was privates…jetzt haben schon so viele drüber gelacht, jetzt dürft Ihr auch noch:

Ich war neulich für eine Woche im Kleinwalsertal zu einem Lehrgang der Bergwacht. 5 Tage lang Skifahren, teilweise unter erschwerten Bedingungen, z.B. mit dem Ackja.

Ich habe es tatsächlich geschafft, 5 Tage lang Unfall- und Verletzungsfrei Ski zu fahren (und das, obwohl ich vorher 14 Jahre lang nicht mehr auf den Dingern stand!), und mir dafür…
Weiterlesen »

Mein Blog

Frau Pappkarton!

Ich kann Ihnen versichern: Ehe ich den Fluß Styx überquere, werde ich mich auf jeden Fall mit letzter Kraft zu einem Internetterminal schleppen (Das WLAN auf der Fähre soll ziemlich miserabel sein), um in Ihrem Blog einen diesbezüglichen Kommentar abzugeben.

Vorher gilt wie gehabt:

Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben!

Ich weiß, ich habe seit Monaten nicht gebloggt, was mit verschiedenen Dingen zu tun hat. Sehr große “Erschütterungen” in meinem Leben über die ich nichts erzählen kann und will (Keine Panik, alles wieder in Ordnung) und Veränderungen in meinem Job, die mir das bloggen sehr schwer gemacht haben.
Ich versuche, wieder etwas mehr zu schreiben, aber die Frequenz wird definitiv auch weiterhin deutlich unter der früheren Zeit liegen.

Das hat auch mit der Theorie zu tun, die der Kommentatordie Kommentatorin Simop aufgestellt hat:

Na ja, anfangs schreibt man die gesammelten Anektoden der gefühlten letzten 100 Jahre – nur sind die irgendwann zu Papier äh… Blog gebracht, und man muss auf das aktuelle Auftreten von Ereignissen warten – und die sind halt doch nicht so häufig…

Da ist definitiv sehr viel dran! Gerade, wenn man aus der Anonymität raus bloggt muß man viele potentielle Einträge filtern, weil man damit Gefahr laufen würde, sich zu verraten…

Vielen dank für die vielen Kommentare! Es ist definitiv schön, zu sehen, daß ich vermißt werde!

Euer

Oldschool

Die lieben Kollegen

Leichte Verwechselung…

Beide für den Einkauf zuständigen Mitarbeiter waren heute nicht da, und ein Kollege aus dem Großhandel brauchte dringend eine Sonderbestellung für einen seiner Kunden. Da es sich um einen großen Posten handelte (115 mal sollte es ein Teil im von mir geschätzten Wert von ca. 40€ EK-Preis sein) und ich zu diesem Lieferanten den besten Bezug habe kümmerte ich mich um den Kontakt.

Lieferant: *firma* Deutschland, Müller, guten Tag!
Ich: Guten Tag Herr Müller, $oldschool, Firma $MYSHOP hier. Ich bräuchte mal einen Preis für Ihre Artikelnummer 0815/4711 für 115 Stück und müßte wissen, ob Sie die bis Mitte nächster Woche liefern könnten.
L: Ups…da muß ich mich erst erkundigen, ob die beim Hersteller auf Lager sind. 18 Stück habe ich lagernd, alles darüber hinaus muß ich selbst erst nachordern. Der Preis wäre 32,50€/Stück, ich melde mich gleich wieder bei Ihnen, wenn ich genaueres weiß!
I: Super, vielen Dank!

Ich rufe den Kollegen an…

Vertriebsfuzzi: $MYSHOP, $Vertriebsfuzzi hier, was kann ich für Sie tun?
I: Ja, hi, ich bin’s. Das Ding kostet 32,5€, 18 Stück hat er auf Lager, um den Rest kümmert er sich gerade…
V: WTF? ZWEIUNDDREISSIG EURO? Ich habe hier einen Zielpreis von 4€ stehen!
I: Nee, das kann beim besten Willen nicht stimmen…4€ ist völlig unrealistisch…
V: Oh…ähm…Thomas…ich fürchte, Du wirst mich gleich umbringen…das steht hier so ein bißchen blöd…ich habe hier einen Zielpreis von 115€ stehen und brauche davon vier Stück!

…mein Lieferant hatte zum Glück noch nicht die Pferde scheu gemacht, als ich ihn wieder angerufen habe…und für meinen Kollegen muß ich mir noch eine angemessene Strafe überlegen!